262017Feb
Lüften und Lüften ist ein Unterschied

Lüften und Lüften ist ein Unterschied

Warum in vielen deutschen Haushalten immer noch falsch gelüftet wird

Trotz Aufklärung wird in vielen Haushalten immer noch falsch gelüftet. Nicht nur das der Verlust von Wärmeenergie dadurch sehr hoch ist, auch das Risiko von Schimmelbildung durch Luftfeuchtigkeit im Raum wird unterschätzt. Besonders in der kalten Jahreszeit ist es aber wichtig, dass Sie Ihre Räume richtig lüften, um der Bildung von Schimmel entgegen zu wirken. Neue und innovative Materialien und Techniken erfordern auch beim Lüften in Räumen ein Umdenken.

So entsteht Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen

Luftfeuchtigkeit kann viele Ursachen haben. Bauschäden und nasse Wände können dafür ebenso zuständig sein wie das ganz normal Alltagsverhalten oder einfach die Anwesenheit von Personen in einem Raum. Allein durchs Schlafen wird pro Person mindestens ein Liter Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben. Beim Duschen sind es circa 2,5 Liter und beim Kochen bis zu 3 Liter Feuchtigkeit, mit denen die Raumluft angereichert wird. Selbst eine einzige Topfpflanze kann bis zu einem halben Liter Feuchtigkeit produzieren. Über den Tag summiert sich das. Richtiges Lüften ist deshalb wichtig.

So nicht – falsche Lüftung bringt Bauschäden

Vor vielen Jahren waren Fenster aus Holz und nur selten wirklich dicht. „Gelüftet“ wurde quasi immer. Heute sind wir bemüht, die Wärmeenergie dort zu behalten, wo sie hingehört – im Haus. Wir müssen uns auch beim Lüften umstellen. Wenn Sie nur einmal am Tag das Fenster für ein paar Minuten öffnen, kann kein Luftaustausch in Ihren Räumen stattfinden. Selbst wenn Sie das Fenster eine halbe Stunde geöffnet lassen, passiert nicht mehr als dass die Wärme nach außen dringt und Ihre Räume anschließend kalt sind. Immer noch häufig zu sehen: Die Fenster werden angekippt. Viele halten das für die ideale Methode beim Raum lüften. Einen Effekt hat es aber nicht.

Die Folge dieser Lüftungsmethoden sind Bauschäden. Die Feuchtigkeit im Raum, die durch Kochen, feuchte Wände und auch durch das Ausatmen entsteht, schlägt sich an den Wänden nieder. Dort entsteht Schimmel, der für Ihre Gesundheit schädlich ist. Zusätzlich werden die Wände geschädigt, denn Schimmel, der sich einmal hartnäckig festgesetzt hat, liegt nicht nur an der Wandoberfläche.

So lüften Sie Ihre Räume richtig

Richtig lüften heißt, dass Sie wenigstens vier bis fünf Mal am Tag das Fenster für mindestens fünf Minuten weit öffnen. Im günstigsten Fall sorgen Sie für einen Durchzug, der die Luft im Raum austauscht und damit auch Feuchtigkeit entfernt. Häufiges Lüften ist notwendig, wenn Sie viele Pflanzen in den Räumen haben.

Etwas öfter sollten Sie in Küche und Badezimmer lüften. Hier lüften Sie, während die Feuchtigkeit entsteht oder unmittelbar danach. Das gilt auch für andere Räume mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Altbauwohnungen, in denen sich vielleicht feuchte Wände befinden, müssen Sie ebenfalls verstärkt lüften.

Nach Wohnungssanierung mehr lüften

Durch Sanierungsarbeiten entstehen meist kritische Feuchtigkeitssituationen in Räumen. Ganz gleich ob Wände neu verputzt werden, der Estrich gegossen wird oder die Tapete an die Wand kommt, all diese Arbeiten gehen mit einer hohen Feuchtigkeit einher. Kritische Situationen können aber auch entstehen, wenn die Fenster neu eingebaut werden und die Außendämmung ungenügend oder gar nicht vorhanden ist. Sie müssen dann unbedingt Ihr Lüftungsverhalten der neuen Situation anpassen. Es ist keine schlechte Idee, die Luftfeuchtigkeit ab und zu zu messen und zu überprüfen.

Mehr zum Thema Lüften gibt es in der Glaswelt. Auf jeden Fall sind Handwerksunternehmen mehr denn je bei der Aufklärung gefragt.


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